Geschichte

In prähistorischer Zeit war die Region um Lugano vom Meer überflutet; das bezeugen die vielen Fossilien, die an den Hängen des San Giorgio, Monte Generoso, San Salvatore und anderswo gefunden wurden, etwa fünfzig marine Arten, darunter Muscheln und das zu den Kopffüssern (Zephalopoden) zählende Ammonshorn (Ammonit). Nach den tektonischen Umschichtungen der Tertiärzeit entstanden Gletscher, aus denen später rund um die Bucht die Spitzen der Berge emporragten. Das Tal von Lugano war vom Tessingletscher bedeckt, der sich vom Monte Ceneri zum Ceresiobecken und zum Ausläufer des Addagletschers erstreckte, der sich vom Engpass Val Porlezza her über Chiasso und Como dahinzog.

Zeugen davon sind die enormen Findlinge und die Moränen der Ortschaften, die Lugano umrahmen: Tesserete, Lamone, Sonvico, Pregassona, Breno, Novaggio, Ponte Tresa etc., lauter charakteristische Dörfer, die – heute wie früher – den Touristen herzlich willkommen heissen. Man begegnet reizenden kleinen Seen, die fast schüchtern wirken: Muzzano- Origlio- und Astano-See. Sie sind glücklicherweise von der Bau-Euphorie noch weitgehend verschont geblieben.

Erste Zeichen von Leben in dieser Region gehen auf die Steinzeit zurück. Das Paläolithikum – zwischen dem 6. und 4. Jahrtausend vor Christi Geburt – hat kaum Spuren hinterlassen; aus dem Neolithikum hingegen haben Ausgrabungen auf den Hügeln rund um Lugano verschiedene Funde zutage gefördert, so in Massagno, Barbengo, Bedigliora, aber auch auf dem Monte Generoso und in Coldrerio. Sie alle sind heute beliebte Ausflugsziele. Ueberall in der Gegend zwischen den Seen von Lugano, Varese und Como lebten Pfahlbauer, was Gräber, runde Steine, Schnallen und Münzen bezeugen, die in unseren Museen zu betrachten sind. Hohen numismatischen wert haben die in Marseille (damals Massalia) und in Etrurien (Toscana) geprägten Münzen; aus Etrurien stammt auch die reiche Dotation von Gefässen und Schmuckgegenständen.

Burgen und Schlösser
In der Region Lugano fehlt es nicht an Burgen und Schlössern, so zum Beispiel in Maroggia (1353) und etwa aus der gleichen Zeit in Origlio zwischen dem kleinen See und der Pfarrei von Capriasca. Im Archiv von Como sind die Urkunden über das Schloss Capolago (1372) aufbewahrt, das gute und böse Zeiten erlebte und mehrmals den Besitzer wechselte. Ein Schloss stand auch in Morcote (“Lugano war im Mittelalter von einer gewaltigen mauer umschlossen, in der Tore sich öffneten”Smilie: ;). Das Schloss Lugano, von dem auch nicht ein Staubkörnchen übriggeblieben ist, soll 1498 von Ludovico il Moro gebaut worden sein. In Cassarate befand sich die Burg San Michele, eine andere in der Nähe von Sonvico; ein Turm bewachte den Ceneri-Pass. Im übrigen hatte fast jedes wichtige Dorf des Tales von Agno am Wege zur Tresa und nach Varese seine Burg oder seinen Wachtturm; dasselbe gilt für den Malcantone, für Castelrotto, Ponte Tresa, Sessa, Arasio, Collina d’Oro, Caprisca, Tesserete, Taverne-Torricella bis nach Isone. Alle diese Ortschaften in Luganos Umgebung verdienen schon deshalb eine Besuch, weil sie ihr typisch ländliches Gesicht zu bewahren vermochten, ungeachtet des Ueberhandnehmens von Zement und Verbindungsstrassen.

Der See
Der Luganersee, glazialen Ursprungs der subalpinen Region, liegt eingezwängt zwischen Comersee, Lago maggiore oder Verbano und Lago di Varese. “Unser” See befindet sich jedoch nur zu zwei Dritteln auf Schweizerboden, der Rest gehört zur Lombardei. Er ist merkwürdig gewunden und unverwechselbar; in seiner unregelmässigen form gleicht er von oben gesehen viel eher einem Fluss. Seine Oberfläche bedeckt etwa 50 Km2 auf einer Länge von 35 Km und der Höchstbreite von 3 Km zwischen dem Quai von Lugano

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